Die Kulturzwiebel ist eine Metapher bzw. ein Modell zur bildhaften Darstellung von Kultur. Das Modell wurde vom Kulturwissenschaftler Geert Hofstede entwickelt.

Hofstede beschreibt Kultur als eine Zwiebel, die aus verschiedenen Schichten besteht. Die äußere Schicht entspricht dem, was Menschen an kulturellen Besonderheiten anzusehen ist. Diese Schicht wird als „Symbole“ bezeichnet. Symbole sind Worte, Gesten, Bilder oder Objekte, die eine bestimmte Bedeutung haben, die nur von denjenigen Personen als solche erkannt wird, die der gleichen Kultur angehören. Als einfache Beispiele für Symbole können die Frisur, Kleidung oder Flaggen genannt werden. Zudem können andere Marker auftreten, die ebenfalls „sichtbar“ sind. Hierzu zählen Sprache, Gestik und Mimik. Symbole sind nicht festgeschrieben. Sie sind im Laufe der Zeit Veränderungen unterworfen. Symbole spezieller kultureller Gruppen beeinflussen sich wechselseitig.

Die nächste Schicht im Zwiebelmodell nennt Hofstede „Helden“: „Helden sind Personen, tot oder lebendig, echt oder fiktiv, die Eigenschaften besitzen, die in einer Kultur hoch angesehen sind; sie dienen daher als Verhaltensvorbilder.“ (vgl. Hofstede 2001:8) Beispiele für Helden aus dem amerikanischen Kulturkreis können neben dem ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy auch Comicfiguren bzw. Persönlichkeiten aus dem Fernsehen wie Batman, Rocky oder Rambo sein. 

Die dritte und vorletzte Schicht im Zwiebelmodell trägt den Namen „Rituale“. Hofstede beschreibt Rituale als „kollektive Tätigkeiten, die für das Erreichen der angestrebten Ziele eigentlich überflüssig sind, innerhalb einer Kultur aber als sozial notwendig gelten“ (vgl. Hofstede 2001:8). Beispiele für Rituale sind Gesten des Grüßens oder Anerkennung gegenüber einer anderen Person sowie soziale und religiöse Bräuche. Hierzu zählen neben den mündlichen Begrüßungsformen wie „Hallo“, „Moin“ oder „Servus“ in der deutschen Sprache auch die physischen Begrüßungen in Form des Händeschüttelns. 

Die ersten drei Schichten sind für einen Beobachter sichtbar, wobei ihre Bedeutung für die Kultur vom Beobachter nicht ohne Weiteres erschlossen werden kann. Diese drei Schichten lassen sich unter dem Begriff „Praktiken“ zusammenfassen. Praktiken können von außenstehenden Personen leicht nachgeahmt werden, die Bedeutung hinter den Handlungen wird dabei jedoch meist nicht wahrgenommen.

Den Kern der Kulturzwiebel bilden „Werte“, die von Hofstede als „allgemeine Neigungen, bestimmte Umstände vorzuziehen“ (vgl. Hofstede 2001:9) bezeichnet werden. Die Werte werden zudem als Gefühle mit einer starken positiven bzw. negativen Ausrichtung definiert. In der Kindeserziehung spielen Werte eine besondere Rolle, denn sie gehören zu den ersten Inhalten, die das Kind in seinem Leben erlernt. Den meisten Menschen sind ihre Werte nicht bewusst, da sie früh im Leben und unbewusst erlernt werden. Zudem finden sie täglich Anwendung, was ebenfalls zu ihrem unterbewussten Gebrauch beiträgt.

 

Literatur

Hofstede, Geert (2001): Globales Denken, lokales Handeln. Interkulturelle Zusammenarbeit und globales Management.

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