E-Learning ist in aller Munde. Zurecht. Digitales Lernen bietet vielfältige Vorteile. Selbstgesteuertes, individuelles Lernen ist zeit- und ortsunabhängig möglich. Multimodales Arbeiten mit Texten, Bildern, Filmen, Audio und Interaktion spricht die durchaus diversen Lernbedürfnisse heterogener Lerngruppen differenzierter an, als traditioneller Unterricht dies in der Regel leisten kann.

Konkrete Anwendungen 

E-Learning kann als Webinar erfolgen, aber auch durch Lernvideos und andere Materialien, die online zur Verfügung gestellt werden.Lückentexte mit direktem Feedback (richtig >< falsch), interaktive Videos mit Quizelementen zur Wiederholung/Wissenssicherung, E-Portfolios zur Arbeitsorganisation und Reflexion des persönlichen Lernstands, Videochats zur individuellen Beratung und vieles mehr ist möglich. Wie man z.B. mit H5P, einer kostenlosen Software, E-Learning gestalten kann, zeigen wir hier (interner Link). 

Didaktik des digitalen Lernens

E-Learning ist kein Selbstläufer, kein Garant für erfolgreiches Lernen, kein didaktischer Zauberstab. E-Learning kann Teil einer umfassenden (Fach-)Didaktik sein – Methode, Werkzeug, Verfahren. Gleichzeitig ist es wichtig zu bedenken, dass soziale Interaktion und individuelle Beratung in jedem Lernprozess von großer Bedeutung sind. Deshalb brauchen wir auch eine Didaktik des digitalen Lernens als integrales Element einer jeden Fachdidaktik. Für viele Bildungsbereiche ist das (noch) ein Desiderat. In der Zeitschrift Nature fasst Virginia Gewin zusammen, was sie unter guter Online-Lehre versteht. Unsere aus dem Englischen übersetzte Zusammenfassung:

  • Reduzierung: Im Bereich des E-Learning sollten Schüler*innen nicht mit zu langen Videos konfrontiert werden, die reinen Input liefern. Das schadet der Konzentration und somit dem Lernerfolg. Besser ist es, wenn Inhalte zusammengefasst und auf das Wesentliche reduziert werden.
  • Absicherung: Wer sich zu sehr darauf verlässt, dass der Unterricht in Form einer Videokonferenz stattfinden kann, sollte umdenken: Bekannte Plattformen könnten zusammenbrechen – ohne Alternativen wäre damit der Unterricht beendet.
  • Perpektiven: Im Unterricht in Form von E-Learning sollte für Schüler*innen auch noch der Raum geboten werden, ein Thema aus dem Winkel eigener Interessen zu recherchieren. Dafür ist auch ein guter Dialog zwischen Lehrkraft und Schüler*innen wichtig.
  • Interaktion: Die Lehrkraft sollte häufig mit den Schüler*innen in Kontakt treten, um offene Fragen klären zu können. Gut für die Beteiligten wäre eine Regelung, bei der die Schüler*innen Unklarheiten zunächst untereinander zu klären versuchen und danach den Dialog mit der Lehrkraft suchen.
  • Förderung: Auch – oder gerade – im E-Learning ist es wichtig, dass die Lehrkraft schwächere Schüler*innen erkennt und gezielt kontaktiert, um den Lernfortschritt zu unterstützen. Ausnahmesituationen wie diese sollten nicht dazu führen, dass Unsicherheiten bei Schüler*innen verstärkt und diese im Lernprozess vernachlässigt werden.

Multimediales Lernmodul 

Wie man E-Learning gestalten kann, zeigen wir beispielhaft zum Thema Das Eisberg Modell der Kultur  (interner Link). Lernpsychologisch fundiert haben wir ein multimodales Lernmodul erarbeitet, das verschiedene Lernstile und Lerntypen anspricht. Die Elemente: Film, Lückentext, Begriffserklärung, Comic, Hotspots, Hörbeitrag, Reflexionspraxis und eine praktische Übungsanleitung.