Der Begriff Artefakt stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von ars/ arte „Kunst, Handwerk/ mit Geschick“ und factum „das Gemachte“ ab. Er bezeichnet von Menschen geschaffene Objekte und Ausdrucksformen. Ausdrucksformen lassen sich als Symbole und symbolische Handlungen darstellen (vgl. Harris 1989). 

Vorgeschichte 

Ein Artefakt ist im vorgeschichtlichen Kontext ein „Stein, der durch Bearbeitung Werkzeugcharakter erhalten hat; künstlich hergestellter Gebrauchsgegenstand; auch die Abschläge bei der Steinbearbeitung“ (Brockhaus).

Artefakte im kulturellen Kontext 

„Kultur ist zwiebelähnlich in verschiedenen Schichten angeordnet. Wobei jede Schicht die andere bedingt – und damit beeinflusst“ (Dahl 2000). Bei dem Kulturzwiebelodell nach Spencer-Oatey finden sich Artefakte in der äußeren Schicht wieder und stehen für „die offensichtlichen Anzeichen der Kultur“ (Dahl 2000), „die äußerlich sichtbar sind und die Werte und Normen der Gesellschaft symbolisieren“ (M. A. R. E. 2005). 

Trotz dieser offensichtlichen Anzeichen fordern die kulturabhängigen Bedeutungen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Zudem sollte sich bewusst gemacht werden, in welchem sprachlichen, religiösen und kulturellen Umfeld sich gerade befunden wird, da Symbole und symbolische Handlungen in anderen Kulturkreisen eine andere Bedeutung besitzen können, als sie für uns haben.

Unterschiedliche Bedeutungen

Ein Beispiel für die unterschiedlichen Bedeutungen für Symbole ist das Zeichen, welches wir mit unserem Daumen und unserem Zeigefinger bilden, um das O für Okay zu formen. Diesem Zeichen fallen im interkulturellen Kontext gleich drei weitere Bedeutungen zu. So wird in Frankreich damit ausgedrückt, dass etwas wertlos ist (vgl. Ani 2017). In Lateinamerika, Russland und Osteuropa stellt die Geste hingegen „eine üble Beschimpfung dar, die auf diskriminierende Weise Homosexuelle verspottet“ (Dorscheid). In einigen Gegenden Europas wird dieses Zeichen auch verwendet, um sein Gegenüber zu beleidigen. So ist es in westeuropäischen Ländern üblich, die Farbe weiß mit Unschuld und Reinheit zu assoziieren, in ostasiatischen Ländern hingegen steht diese Farbe für Trauer (vgl. Farben und Leben).

 

Literatur

Brockhaus Nachschlagewerk (2019): https://brockhaus.de/ecs/enzy/article/ artefakt-vorgeschichte [26.02.2019].

Dudenverlag: https://www.duden.de/rechtschreibung/Artefakt [09.03.2019].

Farben und Leben – Online (o. J.): Das Farbverständnis der Chinesen. http:// www.farbenundleben.de/kultur/farbverstaendnis.html [06.03.2019].

M. A. R. E. (2005): Leitfaden Implementierung interkultureller Kompetenz im Arbeitsalltag
von Verwaltungen und Organisationen. https://www.frankfurt.de/sixcms/ media.php/738/leitfaden-interkulturelle-kompetenz.pdf [06.03.2019].

Dorscheid, Kathrin (o. J.): Kultur mal anders: Gesten aus aller Welt. https:// www.geo.de/geolino/mensch/6703-rtkl-gestik-kultur-mal-anders-gesten-aus- aller-welt [26.02.2019].

Harris, M. (1989): Kulturanthropologie. Ein Lehrbuch. Frankfurt/ Main: Camp Dahl, Stephan (2000): Intercultural Skills for Business, ECE, London. http:// www.intercultural-network.de/einfuehrung/thema_kultur.shtml [26.02.2019].

Ani (2017): Interkulturelle Kommunikation: Mimik, Gesten und Körpersprache richtig deuten, https://www.stepin.de/weltneugier/die-kulturen-dieser-erde- mimik-gesten-und-korpersprache/ [09.03.2019].

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27. November 2017

Artefakt

Der Begriff Artefakt stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von ars/ arte „Kunst, Handwerk/ mit Geschick“ und factum „das Gemachte“ ab. Er bezeichnet von Menschen […]